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Digitelles https://digitelles.de Politics, Society and Fun Wed, 31 Oct 2018 20:48:19 +0000 de-DE hourly 1 124314024 5 Tage in Rom, der ewigen Stadt https://digitelles.de/5-tage-in-rom-der-ewigen-stadt/ https://digitelles.de/5-tage-in-rom-der-ewigen-stadt/#respond Wed, 01 Nov 2017 11:00:51 +0000 http://digitelles.de/?p=1642 Wer durch Rom läuft, kommt aus dem Staunen nicht heraus. So viel geballte Geschichte, Antike, historische Gebäude, Überreste und Erinnerungsstätten gibt es nirgendwo auf der Welt. Fast könnte man seinen Reiseführer nicht aus der Hand legen, weil es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

Doch halt, man kann gar nicht alles aufnehmen, manchmal ist es besser, sich einfach treiben zu lassen und nur zu gucken und zu genießen. Sehr gut gefallen hat mir das Gassengewirr im Marsfeld, enge urige Sträßchen schlängeln sich von Piazza zu Piazza, Restaurants laden zum Einkehren ein (Ja, es sind vermutlich Touristenfallen, aber viele sehen sehr gemütlich aus), Kirchen, Tempel und Brunnen wechseln sich ab.

Am Campo di‘ Fiori kommt man heraus, wo im Jahr 1600 der Renaissance-Gelehrte Giordano Bruno für seine revolutionistische Weltsicht (das Universum ist unendlich) auf dem Scheiterhaufen brannte. Und ja sicher, das Kollosseum und das Forum Romanum mit dem Palatin sind durchaus ein Muss. Wobei ich sagen muss, dass das Kollosseum am schönsten von außen zu genießen ist (ein dankbares Fotomotiv) und die Besichtigung des Palatin mehr was von einem netten Spaziergang hatte als von einer Geschichtsstunde. Aber sei’s drum, das ist ja schließlich Urlaub und kein Uniseminar. Eine gute Pause kann man im Park der Villa Celimontana einlegen, wo RömerInnen entspannt auf der Wiese liegen und Hunde spielen.

Das Forum Romanum

Das Tiberufer ist leider sehr ungepflegt, da sehe ich noch viel Potenzial. Man könnte es begrünen oder schöne Bänke aufstellen, schließlich hat man vom Ufer aus einen schönen Blick (zum Beispiel auf die schöne kleine Tiber-Insel). So ist das Ufer einfach nur ein grauer Betonblock und der Uringestank hält einen davon ab, die Treppen nach unten ans Wasser zu nehmen.

Entspannt in fünf Tagen durch die Stadt

Fünf Tage sind viel für eine Stadt, der durchschnittliche Städtetrip dauert meistens drei Tage. Bei Rom kann man sich aber ruhig mehr gönnen, langweilig war uns nicht. Einen Tag braucht man fürs Forum Romanum, den Palatin und das Kollosseum. Das Ticket ist auch jeweils für alle drei Stätten gültig (man kann es auch zwei Tage am Stück nutzen, wenn man nicht alles an einem Tag schafft). Einen Tag haben wir im Vatikan verbracht: Die vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle, dem Petersdom und dem Petersplatz und ein gemütlicher Spaziergang im Abendlicht zur Engelsburg herunter. Achtung, hier muss man gut zu Fuß sein, vor den Museen und dem Petersdom haben wir jeweils eine Stunde gewartet….

Unterwegs vom Brunnen di Trevi in Richtung Piazza Navona

Einen weiteren Tag haben wir für einen Spaziergang von der Spanischen Treppe zum Monte Pincio (von dort aus hat man einen schönen Blick über die Stadt), zum Museum Nazionale di Arte Moderna durch den Park der Villa Borghese und zur angeblich besten Eisdiele der Welt („Romana“ an der Piazza della Libertà, ja das Eis war sehr gut. Allerdings bekommt man in Italien sehr häufig sehr gutes Eis und kann getrost in andere Gelaterias hineinspazieren, ohne enttäuscht zu werden) gebraucht. Das Marsfeld mit dem Camp di‘ Fiori und der Piazza Navona hat ebenfalls einen Tag in Anspruch genommen und am letzten Tag kann man noch paar Souvenirs oder Kleidung einkaufen.

Viele leckere Köstlichkeiten, hier im Café Romana, warten auf einen in Rom.

Nicht machen:

  • Direkt an den Piazzas in ein Restaurant gehen. 5 Euro für einen Tee oder einen Cappuccino wollte ich dann doch nicht ausgeben.
  • Auf Straßenhändler hereinfallen („You want to skip the line? Here a tour starts, just 25 Euros and you can skip the line“), dubiose meist indisch aussehende Männer in Anzügen, die einen zu irgendwelchen Touren locken möchten.

Auf jeden Fall machen:

  • Ja, Eis essen, Pizza und Pasta gibt es auch zur Genüge und was für köstliches Gebäck die Italiener haben: Von frischen Buttercroissants bis hin zu mit Ricotta gefüllten Teigtaschen. Und klar, tollen Kaffee. Aber Achtung: Bestellt man sich einen „caffè“, bekommt man einen Espresso!
  • Sich in die Metro drängen, egal, wie voll es ist. Auf den nächsten Zug warten, bringt nichts. In der Rush Hour ist jede Metrobahn einfach nur hoffnungslos überfüllt.
  • Einen Pulli oder Schal mitnehmen. Oktober war eine tolle Reisezeit, mittags in der Sonne war es teilweise richtig heiß, aber sobald man im Schatten ist oder es abends wird, ist es durchaus sehr kühl. Das unterschätzt man leicht.
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Was uns der „Tod eines Handlungsreisenden“ lehrt https://digitelles.de/tod-eines-handlungsreisenden/ https://digitelles.de/tod-eines-handlungsreisenden/#respond Mon, 03 Jul 2017 15:28:35 +0000 http://digitelles.de/?p=1632 Eindringlich und eindrücklich präsentiert sich am Schauspiel Köln das Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller. Die Aufführung im Depot in Mülheim zeigte auf beängstigende Weise, wie aktuell die Thematik heute ist.

Obwohl die Erstaufführung von Arthur Millers Stück 1949 war, hat es nichts an Aussagekraft verloren.

Da ist der Vertreter Willy Loman – obwohl er in lichten Momenten weiß, dass er in seinem Leben „nichts erreicht“ hat, versucht er eine Fassade des Erfolgs aufrechtzuerhalten, an der er kläglich scheitert. Das, was er nicht erreichen konnte, muss aber sein Sohn schaffen.

Nichts geringeres als einen Superstar, einen gottgleichen strahlenden Sieger möchte der Vater aus seinem Ältesten machen – und verschließt die Augen davor, dass der Sohn weder die Vorstellungen seines Vaters erfüllen kann noch will und er schließlich fast daran zerbricht, es immer wieder seinem Vater recht machen zu wollen.

Man kann nicht mit den anderen, aber auch nicht ohne sie

Irgendwie hat es schon was von Jean-Pauls Sartres „L’enfer – c‘ est les autres“ (Geschlossene Gesellschaft), in der die Individuen um sich selbst kreisen, die anderen brauchen, aber dennoch nicht mit ihnen zurechtkommen. So machen sie sich alle, weil sie miteinander verwoben und verschlungen sind, gegenseitig das Leben zur Höllen.

Die Aufführung im Schauspiel Köln hatte – trotz schmucklosem und schlichtem Bühnenbild – eine optische Besonderheit: Das Stück wurde in einem Wasserbecken aufgeführt. Der Boden war mit einigen Zentimetern Wasser bedeckt. Zuerst irritierend, da das Wasser Lichtreflexionen warf und die Schauspieler sich anders durchs Wasser bewegten. Doch hinterher hat es sich wunderbar in das Stück eingefügt: Es wird dramatischer, wenn der Onkel den ältesten Sohn ins Wasser drückt, um ihm Härte anzutrainieren. Es wird leidenschaftlicher, wenn Willy Loman sich mit seiner Geliebten im Wasser wälzt. Und alles kommt zusammen, wenn die Hauptfigur letztendlich im Wasser ertrinkt.

Ausdrucksstarke Schauspieler und eine mitreißende, erdrückende Handlung, die einen zum Nachdenken anregt, machen das Stück absolut sehenswert. Gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft, in der jeder was erreichen möchte und muss, um als wertvolles Mitglied der Gesellschaft angesehen zu werden und sich lieber in ein Lügenkonstrukt verwickelt oder eine Rolle spielt, in die man nicht passt, ist die Thematik aktueller denn je.

Mehr Infos unter Schauspiel Köln.

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5 Lieblingsplätze in Krakau https://digitelles.de/5-lieblingsplaetze-in-krakau/ https://digitelles.de/5-lieblingsplaetze-in-krakau/#respond Fri, 19 May 2017 11:19:04 +0000 http://digitelles.de/?p=1614 So häufig war ich schon in Krakau – und stelle jedes Mal wieder fest, wie urig und schön diese Stadt ist. Voller Geschichte an jeder Ecke, trotzdem modern, dann mal wieder ranzig-alternativ. Wer auf diesen Mix und diese Nostalgie steht, findet sie an diesen 5 Orten.

Von Agatha Mazur

1. Kazimierz: Das alte jüdische Viertel ist bunt, dreckig, alternativ und immer voller Leben. Synagogen, die teilweise immer noch genutzt werden, laden dazu ein, die jüdische Vergangenheit des Viertels zu erkunden. Ansonsten reiht sich hier ein Café, eine Kneipe, eine Pierogibar an die nächste. Deftige, typische polnische Küche kann man genauso finden wie Polish craft beer, Berry Mochas und Smoothies.

Hausansicht im urigen alten jüdischen Viertel Kazimierz.

Hausansicht im urigen alten jüdischen Viertel Kazimierz.

2. Rund um den Plac Nowy ist alles dabei, von Biergarten über koschere Restaurants bis hin zur Milchbar. Von Frittenbude bis Edelrestaurant. Werktags findet ein Markt statt, aber Nippes- und Souvenirstände gibt es gefühlt rund um die Uhr. Straßensänger versuchen ihr Glück, Touris werden mit Wägelchen herangekarrt. Dieser Platz schläft nie. Wem das zu viel wird, findet Ruhe auf den alten jüdischen Friedhöfen, die mitten in Kazimierz liegen und deren Grabinschriften total verwittert sind. Oder man läuft ein paar Meter zu den Planty.

Im alten jüdischen Viertel Kazimierz kann man heute noch genutzte Synagogen besuchen und über deren alte urige Friedhöfe gehen.

3. Die Planty nennen die Krakauer den grünen Ring, der sich um den Stadtkern zieht. Dort befand sich früher die Stadtmauer und mit dem Barbakan und dem Florianstor kann man noch einige der alten Wehrtürme sehen. Die Planty locken jeden Krakowiak (so nennen sich die Krakauer) an, ob Geschäftsleute, die die Mittagspause zum erholen nutzen, Paare oder Großmüttern mit Enkelkindern. Sie alle treffen sich im Grüngürtel.

4. Sukiennice: Die Tuchhallen auf dem Marktplatz sind für viele das Wahrzeichen von Krakau. Doch sie verströmen nicht nur italienisches Flair mit dem geschwungenen Dach und den cremefarbene Wänden, sondern beherbergen auch einen Teil des Nationalmuseums. Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts von berühmten Malern wie Jan Matejko, von Impressionismus bis Realismus, kann man in der Galerie oben bewundern. Bei schönem Wetter kann man im Café auf der Terrasse einen wundervollen Blick über den Marktplatz und die Marienkirche genießen.

Das Museum in den Tuchhallen bietet Kunsthungrigen einen Einblick in die Welt der polnischen Maler und Künstler.

5. An der Weichsel (Wisla): Wer eine größere Pause braucht, kann am Weichselufer entspannen. In Krakau gibt es einen großen Grünstreifen am Fluss. Entweder man legt sich mit Blick auf das Königsschloss Wawel bei Sonne ins Gras oder man radelt am Ufer entlang – je mehr man aus der Stadt herauskommt, umso ursprünglicher und schöner wird die Weichsel.

 

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Kamelien-Reigen in Köln https://digitelles.de/kamelien-reigen-in-koeln/ https://digitelles.de/kamelien-reigen-in-koeln/#respond Tue, 21 Mar 2017 15:48:28 +0000 http://digitelles.de/?p=1605 Kamelien sind wunderschöne Pflanzen. Hunderte Arten sind bekannt. In der Flora in Köln ist den Schönheiten eine ganze Ausstellung gewidmet.

Von Agatha Mazur

Rot, diverse Rosatöne und Weiß – das sind die Farben der Kamelien. Ursprünglich stammt diese Pflanze aus Asien. Camelia japonensis ist eine weit verbreitete Art. Man kennt den Begriff doch? Klar: Camelia sinensis, die „chinesische Art“, ist der Teestrauch. Ihre Verwandten bevölkern große Gebiete in Asien und sind im 19. Jahrhundert in Europa en vogue geworden.

Riesenblüte, kleine, volle – die Kamelien bilden verschiedene Blütenarten aus.

Die Pflanze blüht sehr früh im Jahr und bildet verschiedene Arten von Blüten. Bei den Farben ist sie allerdings etwas eingeschränkt: Es gibt sie zwar in vielerlei Rosa- und Rottönen, auch viel Weiß oder zweifarbige Sorten sind dabei. Doch es fehlt das Gelb, hinter dem viele her sind und es versuchen zu züchten. Doch bislang wurde aus den Bemühungen der Botaniker nichts: Blassgelb bis Beige war das Maximum.

Auch zweifarbige Sorten gibt es.

Zu sehen sind die Pflanzen noch bis Anfang April in der Flora in Köln, dem Botanischen Garten in Riehl in der Nähe des Zoos. Hingehen lohnt sich, so viele blühende Kamelien sieht man selten auf einmal.

Blühende Kamelie in der Flora in Köln.

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Ist Clara Zetkin, sozialistische Frauenrechtlerin, immer noch aktuell? https://digitelles.de/ist-clara-zetkin-sozialistische-frauenrechtlerin-immer-noch-aktuell/ https://digitelles.de/ist-clara-zetkin-sozialistische-frauenrechtlerin-immer-noch-aktuell/#respond Sat, 11 Mar 2017 15:24:45 +0000 http://digitelles.de/?p=1591 Der Weltfrauentag ging dieses Jahr wie üblich vorbei: Irgendwer verschenkte Rosen, die Medien gruben Geschichten zu wichtigen Frauen aus, es gab als Gegenbewegung paar sexistische Witze – ich habe dem Tag keine besondere Beachtung geschenkt. Nun hat mich Piqd auf einen interessanten Essay der Kommunistin Clara Zetkin hingewiesen.

Von Agatha Mazur

Die Rede hat Clara Zetkin, eine sozialistische Frauenrechtlerin 1889 auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris gehalten. Zetkin, die in der Weimarer Republik Reichstagsabgeordnete für die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) war, gilt auch als Begründerin des Internationalen Frauentags. Das war mir gar nicht bewusst.

Ihre Rede ist sehr stark und eindrücklich. Interessant ist, was sie zu dem Wechselspiel und den Abhängigkeiten zwischen Männerarbeit, Frauenarbeit und Kapital sagt.

Im Grunde, sagt Zetkin, unterscheiden sich Männer- und Frauenarbeit nicht großartig voneinander. Beide Zielgruppen möchten natürlich gut entlohnt werden und angemessene Arbeitszeiten haben, was für Zetkin im Widerspruch zu dem Streben des Kapitals, also Unternehmer steht.

„Der Kapitalist muss sich bemühen (…), die Differenz zwischen Einaufs- bzw. Herstellungspreis und Verkaufspreis seiner Waren so groß wie möglich zu machen. Er sucht also so billig wie möglich zu produzieren und so teuer wie möglich zu verkaufen. Der Kapitalist hat folglich Interesse daran, den Arbeitstag ins Endlose zu verlängern und den Arbeiter mit so lächerlich geringem Lohn abzuspeisen wie nur irgend möglich.“ So weit, so klar vom Prinzip her und vom geschichtlichen Standpunkt zu der Arbeitersituation in der Hochphase der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts.

Frauenarbeit als Druckmittel der Kapitalisten, um Männer noch mehr auszubeuten

Doch wie sich auswirkt, dass Frauen nun ebenfalls auf den Arbeitsmarkt drängen, schildert Clara Zetkin folgendermaßen: Jetzt, wo die Frau eigenes Geld verdient, ist sie wirtschaftlich nicht mehr von dem Mann abhängig. Dafür aber von ihrer Arbeit, also in Zektins Welt dem Kapital. Der Kapitalist macht sich indes diese Abhängigkeit zunutze, indem er Frauen und Männer gegeneinander ausspielt. Jetzt, wo die Frau auch arbeitet, drückt er quasi das Lohnniveau der Männer und verschlechtert deren Arbeitsbedingungen.

Die Frauenarbeit sei darüber hinaus von vornherein billiger gewesen als die männliche Arbeit, behauptet Zetkin. Denn: Der Lohn eines Mannes sei berechnet worden, um eine ganze Familie zu ernähren. Der Lohn der Frau diente nur dazu, den Unterhalt für eine einzige Person zu decken – nämlich den der Frau.

Und noch nichtmal der muss komplett von der Lohnarbeit abgedeckt werden, denn die Frau arbeitet ja auch noch zu Hause weiter, hat daher eine geringere Arbeitsfähigkeit – das unterstellen die Kapitalisten, kritisiert die Frauenrechtlerin – und kann daher noch weniger entlohnt werden als ein Mann.

Diesen Essay, die Gedankengänge von Clara Zetkin und was sie „den Kapitalisten“ vorwirft, fand ich super spannend und stellt eine interessante These zum Thema „Equal Pay“ und der ganzen Diskussion, warum Frauen immer noch weniger verdienen als Männer, dar. Die Gründe mögen sich mittlerweile gewandelt haben und sind vielschichtig – Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer, dadurch, dass es immer noch eher sie sind, die Kinder betreuen; Frauen ergreifen häufiger als Männer Berufe, die schlecht bezahlt sind wie soziale Berufe.

Schlechtere Bezahlung wegen des Geschlechts?

Wobei man hier auch Clara-Zetkin-mäßig kritisch nachfragen könnte: Werden diese Jobs wie Alten- oder Krankenpfleger oder Krankenschwester nicht genau deswegen schlecht bezahlt, weil sie hauptsächlich von Frauen ausgeführt werden? Diese These habe ich mal irgendwo gelesen. Der Autor oder die Autorin des Beitrags hatte damals ausgeführt, dass Berufe an Prestige und Bezahlung verlieren, wenn sie größtenteils von Frauen ausgeübt werden.

Als Beispiel hatte die Person den Beruf der Sekretärin angeführt: Ehemals war „Sekretär“ ein angesehener Posten gewesen, dann drängten Frauen in diese Branche, seit dem gilt „Sekretärin“ nun nicht als besonders prestigeträchtig. Auch ein interessanter Standpunkt.

Der Weltfrauentag ist vorbei, die feministischen Gedanken bleiben.

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Ständig auf Achse! Über die richtige Balance zwischen Reisen und Alltag https://digitelles.de/staendig-auf-achse-ueber-die-richtige-balance-zwischen-reisen-und-alltag/ https://digitelles.de/staendig-auf-achse-ueber-die-richtige-balance-zwischen-reisen-und-alltag/#respond Tue, 14 Feb 2017 18:34:29 +0000 http://digitelles.de/?p=1583 Geht das: Ständig zu reisen? Viele Reiseblogger sind gefühlt nonstopp unterwegs. Von einem Land zum anderen. Von einem Kontinent hüpft man zum nächsten, Zeit- und Wetterzonen ziehen vorbei. Für manche Menschen verheißt dieses Leben absolute Freiheit. Doch ist es das wirklich?

Von Agatha Mazur

Ich habe für mich herausgefunden: Reisen ist die tollste Beschäftigung der Welt – man braucht aber zwingenderweise den Alltag als Gegenstück, um die Reisen genießen zu können. Ich bin im Dezember von meiner Weltreise zurückgekehrt. In neun einhalb Wochen ging es über Hongkong, Australien, Neuseeland und Chile einmal um den Globus. Das hab ich geplant, darauf hab ich hingespart, nach so einer Reise hab ich mich gesehnt. Raus aus dem Alltag, mal was komplett anderes sehen und nicht nach drei Wochen wieder am Schreibtisch sitzen zu müssen.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann, sind diese semiprofessionellen Reiseblogger, die behaupten, sich nur auf Reisen gut und wie zu Hause fühlen zu können, die nur auf Reisen tolle Erfahrungen machen können und den Alltag scheinbar nicht aushalten (hier geht es zum Artikel auf ze.tt). Das ist nicht mein Grund zu reisen und ich finde es ziemlich affektiert, wenn diese Reiseblogger mit ihrer so genannten Reisesucht kokettieren und so tun, als könnten sie nicht anders.

Die Rollen sind nicht immer klar verteilt: Reisen ist nicht automatisch immer entspannend und Alltag immer anstrengend

Ich mag Alltag. Ehrlich. Alltag hat doch auch was Beruhigendes, was Entspanntes. Reisen kann auch sehr anstrengend sein. Immer aus dem Rucksack leben, jeden Abend sich woanders schlafen legen, ständig planen, organisieren, schauen: Wo muss ich jetzt hin? Im Alltag kann sich dein Hirn mal etwas ausklinken, ausruhen, wenn der Alltag wie eine zufriedene Katze schnurrt, dann hast du alles richtig gemacht. Und wenn diese Reiseblogger sich beschweren, dass ihnen ihr Alltag nicht gefällt und sie deswegen „ausbrechen“ müssen, dann frage ich mich schon: Hey, warum ändert ihr denn nichts an eurem Alltag, wenn er euch nicht gefällt? Nerviger Job? Such dir einen neuen! Ungemütliche Wohnung? Streich doch mal die Wände. Langweilige Wochenenden? Dann such dir doch ein Hobby!

Reisefrust statt Reiselust: Wenn die Abwechslung zur Routine wird, verschwindet der Reiz des Neuen

Ich will aber jetzt nicht über das Leben und die Einstellung fremder Leute richten. Wenn sie es so empfinden und nur auf Reisen zu sich finden können, na dann bitteschön. Für mich wäre das nichts, ständig unterwegs zu sein. Ich habe meine Weltreise ungeheuer genossen und war auch extrem traurig, als sie vorbei war. Aber ich habe mich am Ende auch wieder auf Zuhause gefreut. Das macht doch gerade den Reiz aus: Dieser Wechsel zwischen Alltag und Routine und neuen Reizen und Abenteuer. Nur Alltag wäre in der Tat extrem langweilig, aber nur Reisen? Kann ich mir auch nicht vorstellen. Nach einiger Zeit wäre das dann doch auch irgendwie Alltag…

 

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Winterland https://digitelles.de/winterland/ https://digitelles.de/winterland/#respond Sun, 15 Jan 2017 15:54:19 +0000 http://digitelles.de/?p=1575 Der Winter ist da -und bleibt. Wir haben uns auf die Suche nach den schönsten Schneebildern gemacht.

Von Agatha Mazur

Nach Tief Egon, der Sturm und ungemütliches Schneetreiben mit sich brachte, beruhigt sich jetzt das Wetter. Der Schnee bleibt teilweise liegen – das gibt es im Rheinland ja nicht so häufig. Gute Gelegenheit für einen Wochenendspaziergang mit Kamera. Denn wenn man nicht mit dem Auto raus muss oder einen Termin hat, kann das Winterwetter echt schön sein.

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Die Abstiegsgesellschaft – warum der Klassenkampf nicht vorbei ist https://digitelles.de/die-abstiegsgesellschaft-warum-der-klassenkampf-nicht-vorbei-ist/ https://digitelles.de/die-abstiegsgesellschaft-warum-der-klassenkampf-nicht-vorbei-ist/#respond Sat, 14 Jan 2017 12:02:32 +0000 http://digitelles.de/?p=1566 Soziologe Oliver Nachtwey hat in seinem Buch untersucht, was aus dem guten alten „Normalarbeitsverhältnis“ im gesunden Sozialstaat  geworden ist – und stellt dramatische Entwicklungen fest.

Von Agatha Mazur

Die Konjunktur brummt, der Arbeitsmarkt ist stabil: Es gibt immer weniger Arbeitslose in Deutschland, wird die positive Nachricht verkündet. Doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart, dass diese Botschaft nicht hundertprozentig richtig ist. Denn viele Menschen, die Arbeit gefunden haben, können entweder davon nicht leben oder vermissen die Sicherheit und Wertschätzung, die früher mit Erwerbsarbeit verbunden war. Hinzu kommen Arbeitszeitmodelle wie (unfreiwillige) Teilzeit oder (unfreiwillige) Selbstständigkeit oder die Hangelei von einem befristeten Job zum nächsten.

Ja, diese Menschen haben Arbeit und fallen somit aus der Arbeitslosenstatistik heraus, sind aber dennoch nicht zufrieden. Denn sie bilden das neue Prekariat. Diese These stellt zumindest Oliver Nachtwey auf. Der Soziologe hat sich in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“ mit der Entwicklung der Erwerbsarbeit beschäftigt und kommt zum Ergebnis, dass die aktuelle Entwicklung einen Rückschritt birgt.

Der „Fahrstuhl“ hat alle Schichten nach oben gebracht

Früher, in der guten alten Zeit der 70er, in dem der Sozialstaat in voller Blüte stand, war das „Normalarbeitsverhältnis“ der Klassiker. Vollzeit, unbefristet, meist blieben die Menschen viele Jahre, wenn nicht gar ihr komplettes Berufsleben, bei einem Arbeitgeber. Zugeschnitten war dieses Modell auf die Männer, auf den klassischen Ernährer, der seine Familie mit durchzubringen hatte. Jeder konnte in der sozialen Hierarchie aufsteigen, der so genannte „Fahrstuhleffekt“ sorgte dafür, dass allen Schichten Besserung wiederfuhr. Der „Klassenkampf“ schien verschwunden. Doch die Zeiten haben sich seit den 70ern dramatisch verändert. Neben Frauen und Migranten, die auf den Arbeitsmarkt drängen, haben sich Unternehmen und auch der Sozialstaat mehr und mehr dem Neoliberalismus hingegeben. Auf einmal war DER Markt die wichtigste Referenz für alles.

Neoliberalismus als Ursache für Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse

Die Globalisierung kam und führte zu einem „Übergreifen der Logik der Kapital- und Kreditmärkte auf  die Produktionsökonomie“, erklärt Nachtwey. Sprich: Auf einmal war die Rendite der Aktionäre und somit der Shareholder-Value für das kurzfristige Gewinnstreben wichtiger als das Augenmerk auf langfristige, gesunde Entwicklungen, die auch die Arbeitnehmer haben profitieren lassen.

Das zeigt sich auch in den Lohnzahlen: Der Reallohn stagniert seit vielen Jahren oder ist sogar gesunken, trotz dass die Produktivität erhöht wurde. Im Grunde heißt das: Arbeitnehmer arbeiten heute mehr für das gleiche Geld. Und die Arbeitnehmer machen mit. Wieso? Nachtwey behauptet, das Unternehmen still und heimlich das Kosten- und Effizienzdenken aus dem Finanzbereich auf die Beschäftigten übertragen haben. Offiziell ging das einher mit mehr Freiheit und Autonomie auf der Arbeit, die Beschäftigten können heutzutage eigenständiger arbeiten, doch der „faustische Pakt“, wie der Soziologe es nennt, besagt, dass die Arbeitnehmer im Gegenzug mehr Leistung erbringen, mehr Überstunden leisten, sich selbst ausbeuten müssen.

Immer mehr unsichere Arbeitsverhältnisse bringt diese Entwicklung seit einigen Jahrzehnten hervor, was Oliver Nachtwey an dem Beispiel der Leiharbeiter deutlich macht. Die machen quasi die gleiche Tätigkeit wie die Stammbelegschaft eines Unternehmens, bekommen dafür aber weniger Lohn, haben weniger Sicherheit, weniger Mitspracherecht (Partizipationsmöglichkeiten) und erhalten weniger Wertschätzung.

Weniger Arbeitslose, doch die Beschäftigen zahlen dafür einen Preis

Oliver Nachtwey macht die Rechnung auf: Zwar gibt es weniger Arbeitslose in Deutschland, aber nur um den Preis der prekären Arbeit (Teilzeit- oder Niedriglohnbeschäftigte). Die Zahl der Vollzeitstellen ist seit 2001 um mehr als 1 Million gesunken, die Zahl der Teilzeitstellen um 1,5 Millionen gestiegen, führt der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an. Klar, wer freiwillig in Teilzeit arbeitet (Beispiel junge Mütter oder Väter), für den gilt die These nicht, Oliver Nachtwey bezieht sich auf diejenigen die mehr arbeiten möchten und unfreiwillig in der Teilzeitfalle gelandet sind. Auch alarmierend sind die Zahlen der befristeten Stellen: 2009 war fast jede zweite Neueinstellung befristet, zeigt der Wissenschaftler aus Unna auf.

Statusangst der Mittelschicht

Das führt dazu, dass die Mittelschicht erodiert und im Zuge dessen verstärken sich Abwehmechanismen: Man will sich von „denen da unten“ strikt abgrenzen, weil man selbst vom Abstieg bedroht ist. Der Klassenkampf ist nicht vorbei, er hat sich nur gewandelt, ist Oliver Nachtweys These.

 

Fazit

Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen. Schließlich befindet sich meine Generation (Generation Y) und meine Branche (Medienbranche) genau in diesem Spannungsfeld. Wie viele in meinem sozialen Umfeld haben befristete Verträge, leisten freiwillig Überstunden und bekommen noch mehr Projekte aufgedrückt, sodass sich die ohnehin schon dichte Arbeitszeit nochmal verdichtet. Den Trend kann man nicht leugnen und Oliver Nachtweys Buch konnte mir gut erklären, woher diese Entwicklung kommt. Gerade in der Medienbranche sieht man besonders schön, dass die Goldenen Zeiten der üppigen Tarifverträge und der sicheren Arbeitsverhältnisse endgültig passé ist. Somit fühle ich mich als Journalistin unmittelbar von der Entwicklung betroffen, die der Wirtschaftswissenschaftler aufzeigt.

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Das Pumpkin Paradies https://digitelles.de/das-pumpkin-paradies/ https://digitelles.de/das-pumpkin-paradies/#respond Mon, 28 Nov 2016 05:36:08 +0000 http://digitelles.de/?p=1558 Halloween ist lange vorbei, und damit die Zeit der Kürbisse, die als Schmuck oder Deko dienen. Und trotzdem muss ich jetzt hier mal eine Lanze für den Kürbis brechen: Denn der wird in Deutschland komplett unter Wert verkauft.

Von Agatha Mazur

Klar sieht er auch als Dekoartikel gut aus, noch besser macht er sich aber auf dem Teller. Das habe ich bei meiner Australienreise festgestellt. Die Australier (aber auch die Neuseeländer, wenn auch nicht so stark) lieben ihre Pumpkins. Es gibt die im Supermarkt in diversen Varianten zu kaufen, als ganzes Gemüse oder in Stücken. In Restaurants werden sie gebraten serviert, im Supermarkt kann man ganze Regale mit Creamy-Pumpkin-Soups leerkaufen, in einem Burgerladen habe ich sogar mal einen Veggieburger mit gebratenene Kürbisscheiben und in einer Pizzeria eine Pumpkin-Pesto-Pizza gegessen. Köstlich!

Highlight war der Kürbis-Spinat-Linsen-Feta-Salat in einem ultrasüßen Cafe in Queenstown in Neuseeland. Der Tipp kam vom Hüttenwirt Daniel, den wir bei unserer Trekkingtour durch die neuseeländischen Alpen kennengelernt haben und der uns das tolle organic cafe empfohlen hatte. Den Salat werde ich in Deutschland auf jeden Fall mal probieren nachzumachen.

Die perfekte Ergänzung zum Kürbis ist meiner Meinung nach die Süßkartoffel. Beide schmecken ähnlich, der Kürbis aber ist etwas fruchtiger und sogar süßer, die Süßkartoffel ist neutraler und damit etwas wandlungsfähiger, wenn man den Eigengeschmack lieber im Hintergrund haben möchte. Schade, dass der Kürbis als Gemüse in Deutschland noch nicht den Durchbruch geschafft hat. Seine Zeit kommt hoffentlich noch.

Kürbissuppen in allen Varianten gibt in australischen, aber auch neuseeländischen Supermärkten zu kaufen. Warum hat das Gemüse hierzulande den Durchbruch noch nicht geschafft?

Kürbissuppen in allen Varianten gibt in australischen, aber auch neuseeländischen Supermärkten zu kaufen. Warum hat das Gemüse hierzulande den Durchbruch noch nicht geschafft?

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Die Farben Australiens https://digitelles.de/die-farben-australiens/ https://digitelles.de/die-farben-australiens/#respond Sun, 13 Nov 2016 04:42:44 +0000 http://digitelles.de/?p=1538 Wer nach Australien reist und mal die großen Städte wie Sydney hinter sich lässt, merkt schnell, worin der große optische Unterschied des Kontinents besteht: In den Farben.

Von Agatha Mazur

Im Hinterland der Küste, Richtung Outback, fängt es an: Die Wiesen werden immer gelber, gedeckte Grüntone und trockene gelbe Steppen dominieren das Bild. Und dann beginnt sie langsam, die rötliche Erde.
Ich war eine Woche in den Flinders Ranges, einem Gebirgszug nördlich von Adelaide. Dahinter beginnt das Outback. Doch auch in den Flinders Ranges erkennt man das krasse Klima des Inneren des australischen Kontinents, der als einer der trockensten der Welt gilt. Am beeindruckendsten ist der Wandel am Boden abzulesen. Erst wird er immer orangener, je nach Sonnenstand wirkt der Boden ockerfarben oder rot oder geht ins rosa-sandelholzfarbene über. Die verbliebenen Bäume sind auch nicht mehr saftig grün, sondern schimmern bläulich-taupe oder gehen eher ins tannengrün über. Man merkt, wie trocken und karg der Boden und generell das Klima ist.

Und dennoch: Auch im australischen Frühling blüht es im Busch. Ganze Meere an lilafarbenen und gelben Blumen bedecken die rötliche Erde und stehen der Blütenpracht in Europa oder in anderen gemäßigten Regionen der Welt in nichts nach. Die rote Erde, dazu der knallblaue Himmel, an dem sich kaum eine Wolke finden lässt, das sind die Farben Australiens.

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