Wer nach Australien reist und mal die großen Städte wie Sydney hinter sich lässt, merkt schnell, worin der große optische Unterschied des Kontinents besteht: In den Farben.

Von Agatha Mazur

Im Hinterland der Küste, Richtung Outback, fängt es an: Die Wiesen werden immer gelber, gedeckte Grüntone und trockene gelbe Steppen dominieren das Bild. Und dann beginnt sie langsam, die rötliche Erde.
Ich war eine Woche in den Flinders Ranges, einem Gebirgszug nördlich von Adelaide. Dahinter beginnt das Outback. Doch auch in den Flinders Ranges erkennt man das krasse Klima des Inneren des australischen Kontinents, der als einer der trockensten der Welt gilt. Am beeindruckendsten ist der Wandel am Boden abzulesen. Erst wird er immer orangener, je nach Sonnenstand wirkt der Boden ockerfarben oder rot oder geht ins rosa-sandelholzfarbene über. Die verbliebenen Bäume sind auch nicht mehr saftig grün, sondern schimmern bläulich-taupe oder gehen eher ins tannengrün über. Man merkt, wie trocken und karg der Boden und generell das Klima ist.

Und dennoch: Auch im australischen Frühling blüht es im Busch. Ganze Meere an lilafarbenen und gelben Blumen bedecken die rötliche Erde und stehen der Blütenpracht in Europa oder in anderen gemäßigten Regionen der Welt in nichts nach. Die rote Erde, dazu der knallblaue Himmel, an dem sich kaum eine Wolke finden lässt, das sind die Farben Australiens.