Wer durch Rom läuft, kommt aus dem Staunen nicht heraus. So viel geballte Geschichte, Antike, historische Gebäude, Überreste und Erinnerungsstätten gibt es nirgendwo auf der Welt. Fast könnte man seinen Reiseführer nicht aus der Hand legen, weil es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

Doch halt, man kann gar nicht alles aufnehmen, manchmal ist es besser, sich einfach treiben zu lassen und nur zu gucken und zu genießen. Sehr gut gefallen hat mir das Gassengewirr im Marsfeld, enge urige Sträßchen schlängeln sich von Piazza zu Piazza, Restaurants laden zum Einkehren ein (Ja, es sind vermutlich Touristenfallen, aber viele sehen sehr gemütlich aus), Kirchen, Tempel und Brunnen wechseln sich ab.

Am Campo di‘ Fiori kommt man heraus, wo im Jahr 1600 der Renaissance-Gelehrte Giordano Bruno für seine revolutionistische Weltsicht (das Universum ist unendlich) auf dem Scheiterhaufen brannte. Und ja sicher, das Kollosseum und das Forum Romanum mit dem Palatin sind durchaus ein Muss. Wobei ich sagen muss, dass das Kollosseum am schönsten von außen zu genießen ist (ein dankbares Fotomotiv) und die Besichtigung des Palatin mehr was von einem netten Spaziergang hatte als von einer Geschichtsstunde. Aber sei’s drum, das ist ja schließlich Urlaub und kein Uniseminar. Eine gute Pause kann man im Park der Villa Celimontana einlegen, wo RömerInnen entspannt auf der Wiese liegen und Hunde spielen.

Das Forum Romanum

Das Tiberufer ist leider sehr ungepflegt, da sehe ich noch viel Potenzial. Man könnte es begrünen oder schöne Bänke aufstellen, schließlich hat man vom Ufer aus einen schönen Blick (zum Beispiel auf die schöne kleine Tiber-Insel). So ist das Ufer einfach nur ein grauer Betonblock und der Uringestank hält einen davon ab, die Treppen nach unten ans Wasser zu nehmen.

Entspannt in fünf Tagen durch die Stadt

Fünf Tage sind viel für eine Stadt, der durchschnittliche Städtetrip dauert meistens drei Tage. Bei Rom kann man sich aber ruhig mehr gönnen, langweilig war uns nicht. Einen Tag braucht man fürs Forum Romanum, den Palatin und das Kollosseum. Das Ticket ist auch jeweils für alle drei Stätten gültig (man kann es auch zwei Tage am Stück nutzen, wenn man nicht alles an einem Tag schafft). Einen Tag haben wir im Vatikan verbracht: Die vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle, dem Petersdom und dem Petersplatz und ein gemütlicher Spaziergang im Abendlicht zur Engelsburg herunter. Achtung, hier muss man gut zu Fuß sein, vor den Museen und dem Petersdom haben wir jeweils eine Stunde gewartet….

Unterwegs vom Brunnen di Trevi in Richtung Piazza Navona

Einen weiteren Tag haben wir für einen Spaziergang von der Spanischen Treppe zum Monte Pincio (von dort aus hat man einen schönen Blick über die Stadt), zum Museum Nazionale di Arte Moderna durch den Park der Villa Borghese und zur angeblich besten Eisdiele der Welt („Romana“ an der Piazza della Libertà, ja das Eis war sehr gut. Allerdings bekommt man in Italien sehr häufig sehr gutes Eis und kann getrost in andere Gelaterias hineinspazieren, ohne enttäuscht zu werden) gebraucht. Das Marsfeld mit dem Camp di‘ Fiori und der Piazza Navona hat ebenfalls einen Tag in Anspruch genommen und am letzten Tag kann man noch paar Souvenirs oder Kleidung einkaufen.

Viele leckere Köstlichkeiten, hier im Café Romana, warten auf einen in Rom.

Nicht machen:

  • Direkt an den Piazzas in ein Restaurant gehen. 5 Euro für einen Tee oder einen Cappuccino wollte ich dann doch nicht ausgeben.
  • Auf Straßenhändler hereinfallen („You want to skip the line? Here a tour starts, just 25 Euros and you can skip the line“), dubiose meist indisch aussehende Männer in Anzügen, die einen zu irgendwelchen Touren locken möchten.

Auf jeden Fall machen:

  • Ja, Eis essen, Pizza und Pasta gibt es auch zur Genüge und was für köstliches Gebäck die Italiener haben: Von frischen Buttercroissants bis hin zu mit Ricotta gefüllten Teigtaschen. Und klar, tollen Kaffee. Aber Achtung: Bestellt man sich einen „caffè“, bekommt man einen Espresso!
  • Sich in die Metro drängen, egal, wie voll es ist. Auf den nächsten Zug warten, bringt nichts. In der Rush Hour ist jede Metrobahn einfach nur hoffnungslos überfüllt.
  • Einen Pulli oder Schal mitnehmen. Oktober war eine tolle Reisezeit, mittags in der Sonne war es teilweise richtig heiß, aber sobald man im Schatten ist oder es abends wird, ist es durchaus sehr kühl. Das unterschätzt man leicht.