So häufig war ich schon in Krakau – und stelle jedes Mal wieder fest, wie urig und schön diese Stadt ist. Voller Geschichte an jeder Ecke, trotzdem modern, dann mal wieder ranzig-alternativ. Wer auf diesen Mix und diese Nostalgie steht, findet sie an diesen 5 Orten.

Von Agatha Mazur

1. Kazimierz: Das alte jüdische Viertel ist bunt, dreckig, alternativ und immer voller Leben. Synagogen, die teilweise immer noch genutzt werden, laden dazu ein, die jüdische Vergangenheit des Viertels zu erkunden. Ansonsten reiht sich hier ein Café, eine Kneipe, eine Pierogibar an die nächste. Deftige, typische polnische Küche kann man genauso finden wie Polish craft beer, Berry Mochas und Smoothies.

Hausansicht im urigen alten jüdischen Viertel Kazimierz.

Hausansicht im urigen alten jüdischen Viertel Kazimierz.

2. Rund um den Plac Nowy ist alles dabei, von Biergarten über koschere Restaurants bis hin zur Milchbar. Von Frittenbude bis Edelrestaurant. Werktags findet ein Markt statt, aber Nippes- und Souvenirstände gibt es gefühlt rund um die Uhr. Straßensänger versuchen ihr Glück, Touris werden mit Wägelchen herangekarrt. Dieser Platz schläft nie. Wem das zu viel wird, findet Ruhe auf den alten jüdischen Friedhöfen, die mitten in Kazimierz liegen und deren Grabinschriften total verwittert sind. Oder man läuft ein paar Meter zu den Planty.

Im alten jüdischen Viertel Kazimierz kann man heute noch genutzte Synagogen besuchen und über deren alte urige Friedhöfe gehen.

3. Die Planty nennen die Krakauer den grünen Ring, der sich um den Stadtkern zieht. Dort befand sich früher die Stadtmauer und mit dem Barbakan und dem Florianstor kann man noch einige der alten Wehrtürme sehen. Die Planty locken jeden Krakowiak (so nennen sich die Krakauer) an, ob Geschäftsleute, die die Mittagspause zum erholen nutzen, Paare oder Großmüttern mit Enkelkindern. Sie alle treffen sich im Grüngürtel.

4. Sukiennice: Die Tuchhallen auf dem Marktplatz sind für viele das Wahrzeichen von Krakau. Doch sie verströmen nicht nur italienisches Flair mit dem geschwungenen Dach und den cremefarbene Wänden, sondern beherbergen auch einen Teil des Nationalmuseums. Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts von berühmten Malern wie Jan Matejko, von Impressionismus bis Realismus, kann man in der Galerie oben bewundern. Bei schönem Wetter kann man im Café auf der Terrasse einen wundervollen Blick über den Marktplatz und die Marienkirche genießen.

Das Museum in den Tuchhallen bietet Kunsthungrigen einen Einblick in die Welt der polnischen Maler und Künstler.

5. An der Weichsel (Wisla): Wer eine größere Pause braucht, kann am Weichselufer entspannen. In Krakau gibt es einen großen Grünstreifen am Fluss. Entweder man legt sich mit Blick auf das Königsschloss Wawel bei Sonne ins Gras oder man radelt am Ufer entlang – je mehr man aus der Stadt herauskommt, umso ursprünglicher und schöner wird die Weichsel.